SUCHE
ADM Titelbild Neuigkeiten
Neuigkeiten
17 März
17. März 2026
In Erinnerung an Bernd Raffler – Wegbereiter, Mentor und Freund

Bernd Raffler ist am 10. März 2026 im Alter von 80 Jahren in Lippstadt verstorben.

Mit ihm verliert die BDVT-Community, die Berater- und Trainingswelt – und ich persönlich – einen prägenden Menschen, einen großzügigen Wegbegleiter und einen besonderen Freund.

Manchmal beginnt eine Freundschaft mit einem einfachen Telefonanruf. 1994 klingelte bei mir das Telefon. Am anderen Ende meldete sich ein Mann, den ich bis dahin nicht kannte.

„Ich freue mich immer, wenn wir neue Mitglieder im BDVT haben“, sagte er. „Und mit denen aus der Region nehme ich gerne Kontakt auf.“

Das war Bernd Raffler.

Ein paar Wochen später saß ich in seinem Büro. Ich war damals gerade 29 Jahre alt – ein junger Trainer mit viel Energie, vielen Ideen und sicher auch noch vielen offenen Fragen. Bernd hingegen war bereits ein erfahrener Berater. Sein Feld waren Führungskommunikation und Organisationsentwicklung. Doch was mich damals am meisten beeindruckte, war seine Offenheit. Bernd zeigte mir nicht nur, was er machte. Er zeigte mir auch, wie er arbeitete – wie er sich organisierte, wie er dachte und welche Themen ihn bewegten. Für mich als jungen Trainer war das alles andere als selbstverständlich. Es war großzügig. Und es war prägend. Wir verstanden uns sofort. Aus dem ersten Gespräch wurde eine Zusammenarbeit. Aus der Zusammenarbeit entstand Vertrauen. Und aus diesem Vertrauen wuchs über die Jahre eine tiefe Freundschaft.

Bernd hat auch in meinem Unternehmen ADM wichtige Spuren hinterlassen. Er zeigte mir, wie Veränderung in Organisationen wirklich gelingt – nicht durch große Konzepte allein, sondern durch klare Strukturen und durch den respektvollen Blick auf die Menschen, die darin arbeiten.

Eine seiner Visionen war damals erstaunlich einfach formuliert: Dokumente sollten innerhalb von zwei Minuten gefunden werden können. Und innerhalb von zwei Minuten sollte entschieden werden können, wo sie abgelegt werden. Was wie eine kleine organisatorische Idee klingt, wurde später zu einem wichtigen Fundament unseres Wissensmanagements. Ein System, das bis heute trägt. Bernd hat damit die organisatorische Entwicklung von ADM nachhaltig geprägt.

Doch Bernd hat mich nicht nur beruflich beeinflusst – sondern auch persönlich. Als Sportler war er für mich ein Vorbild. 1996 hat er mich dazu inspiriert, mit dem Rauchen aufzuhören. Durch ihn bin ich zum regelmäßigen Laufen gekommen – eine Gewohnheit, die mich bis heute begleitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf unseren gemeinsamen Reisen – oder bei Treffen mit ImTeam – teilten wir oft ein Zimmer. Die Gespräche gingen häufig bis spät in die Nacht. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um sechs Uhr.

Dann ging es laufen.

Bernd war sportlich, diszipliniert und drahtig. In vielerlei Hinsicht war er ein Vorbild.

Im Laufe unserer Zusammenarbeit gründeten wir gemeinsam ImTeam – ein Netzwerk von Trainern und Beratern. Bernd war der Initiator, der Motor und der Organisator dieser Gruppe. Er hatte ein besonderes Talent dafür, Menschen zusammenzubringen, Teams zu formen und Inspiration entstehen zu lassen.

Eine seiner wichtigsten Haltungen war das Geben.

Sein Satz war:

„Wenn du etwas hineingibst, bekommst du auch etwas zurück.“

Doch Bernd gab nicht, um etwas zu bekommen.Er gab, weil es für ihn selbstverständlich war. 1996 ermöglichte er mir einen Vortragsslot auf dem BDVT-Camp. Damit gab er mir eine Bühne und öffnete mir Türen zu Menschen, die für meinen weiteren Weg wichtig wurden.  Auch im BDVT selbst hat Bernd deutliche Spuren hinterlassen. Den Regionalclub in Westfalen führte er über viele Jahre mit großem Engagement und großem Erfolg. Für viele war er dort eine prägende Persönlichkeit.

Eine seiner Lebensweisheiten ist mir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben. Er sagte einmal: „Du kannst im Frühjahr keine Lust haben, zu säen und das Feld zu bestellen – und im Herbst die Hände reiben und sagen: Jetzt wird geerntet.“ Typisch Bernd: klare Bilder, klare Botschaften.

Als Einkäufer und Verhandlungsexperte hatte er noch eine Analogie, die ich nie vergessen habe: „Verhandeln ist wie Tischtennis. Wenn du 11:0 verlierst, ist das Spiel langweilig. Wenn du 11:0 gewinnst, auch. Aber wenn es 11:12 steht, dann 12:11 und dann 13:12 – dann wird es ein gutes Spiel.“

Bernd war für mich nicht nur ein Kollege. Er war ein Wegbegleiter, ein Vorbild – und ein Freund. Er hat eine Saat gelegt. Eine Saat, die bis heute weiter wirkt: in meinem Denken, in meinem Handeln und in vielem, was wir gemeinsam aufgebaut haben.

Danke, Bernd.

Sie finden uns auch auf: