Service Excellence ist eine organisationsweite Managementstrategie, mit der Unternehmen, Verwaltungen und andere Organisationen herausragende Kundenerlebnisse systematisch gestalten.
Sie verbindet Führung, Servicekultur, Mitarbeitende, Prozesse, Innovation und Messung. Ziel ist eine Servicequalität, die Vertrauen aufbaut, Kunden langfristig bindet und nachhaltige Kundenbegeisterung ermöglicht.
Service Excellence umfasst die gesamte Organisation. Sie zeigt sich in der strategischen Ausrichtung, im Führungsverhalten, in der Zusammenarbeit, an den Kundenkontaktpunkten und in der kontinuierlichen Verbesserung von Leistungen und Prozessen.
Die internationale Norm ISO 23592 beschreibt Service Excellence als einen Ansatz für herausragende Kundenerlebnisse und nachhaltige Kundenbegeisterung. Sie konzentriert sich auf exzellente Dienstleistungen, die über eine grundlegende und verlässliche Servicequalität hinausgehen.
Service Excellence bedeutet, Kunden an den entscheidenden Kontaktpunkten verlässlich positive Erlebnisse zu bieten, die ihre Erwartungen erfüllen und in ausgewählten Momenten übertreffen.
Die Fachgruppe Service des BDVT entwickelte 2017 folgende Definition:
„Service Excellence ist die Managementstrategie, durch die Führungskräfte und Mitarbeitende einer Organisation kontinuierlich danach streben, den Kunden jederzeit und an jedem Kontaktpunkt so zu begeistern, dass er wiederkauft und die Organisation in seinem gesamten sozialen Umfeld aktiv und aus freien Stücken weiterempfiehlt.“
An der Formulierung dieser Definition wirkten mit:
Stefan Baier, Anke Burghard, Ulrike Dolle, Tanja Herzig, Reiner Puch, Bernd Rehberg und Hanns-Georg von Wolf.
Die Definition macht drei wesentliche Aspekte sichtbar:
Service Excellence entsteht durch eine bewusste strategische Entscheidung. Die Führung schafft die Voraussetzungen. Die Mitarbeitenden machen die Strategie im Arbeitsalltag erlebbar.
Guter Service erfüllt die Erwartungen der Kunden zuverlässig.
Service Excellence gestaltet zusätzlich die gesamte Beziehung zwischen Kunden und Organisation. Sie betrachtet alle relevanten Kontaktpunkte sowie die dahinterliegenden Prozesse, Strukturen und kulturellen Voraussetzungen.
Kundenservice umfasst konkrete Leistungen und Interaktionen mit Kunden. Dazu gehören beispielsweise Beratung, Erreichbarkeit, Lieferung, technischer Support und Reklamationsbearbeitung.
Customer Experience beschreibt die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Gefühle, die Kunden während ihrer gesamten Beziehung zu einer Organisation entwickeln.
Kundenorientierung ist die grundlegende Haltung, Entscheidungen und Leistungen konsequent an den Bedürfnissen und Zielen der Kunden auszurichten.
Service Excellence verbindet Kundenservice, Customer Experience und Kundenorientierung zu einem organisationsweiten Managementansatz.
Sie schafft die Voraussetzungen dafür, hervorragende Kundenerlebnisse wiederholbar, wirtschaftlich und dauerhaft zu ermöglichen.
Kundenbegeisterung entsteht, wenn ein Kundenerlebnis als außergewöhnlich positiv, hilfreich oder wertschätzend wahrgenommen wird.
Dafür braucht es häufig keine teuren Zusatzleistungen.
Begeisterung kann entstehen, wenn:
Entscheidend ist der konkrete Nutzen für den Kunden.
Eine überraschende Leistung ohne erkennbaren Mehrwert erzeugt selten nachhaltige Begeisterung. Eine einfache und verlässliche Lösung im entscheidenden Moment kann dagegen langfristig Vertrauen schaffen.
Die zentrale internationale Norm für Service Excellence ist die ISO 23592:2021 „Service excellence: Principles and model“.
Seit Februar 2026 liegt sie in Deutschland als DIN ISO 23592:2026-02 „Service Excellence: Grundsätze und Modell“ vor. Die Norm beschreibt die Terminologie, die Grundsätze und das Modell der Service Excellence. Ihr Ziel sind herausragende Kundenerlebnisse und nachhaltige Kundenbegeisterung.
Die ISO 23592 eignet sich für Organisationen, die Dienstleistungen erbringen, darunter:
Die DIN ISO 23592:2026 ist die deutsche Übernahme der internationalen ISO 23592:2021.
Sie bildet den aktuellen allgemeinen Bezugsrahmen für Service Excellence in Deutschland.
Die Norm beschreibt unter anderem:
Für Organisationen schafft sie eine gemeinsame Sprache und eine fundierte Orientierung für die praktische Umsetzung.
Die ISO 11367:2025 „Service excellence: Principles and model for public service organizations“ richtet sich speziell an öffentliche Serviceorganisationen.
Sie beschreibt die Grundsätze von Public Service Excellence und gibt Orientierung für ein entsprechendes Modell.
Zu ihrem Anwendungsbereich gehören beispielsweise:
Bei öffentlichen Dienstleistungen spielen neben den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger weitere Anforderungen eine wichtige Rolle. Dazu zählen Gemeinwohl, Gleichbehandlung, Zugänglichkeit, Transparenz und ein verantwortungsvoller Ressourceneinsatz.
Die ISO 11367:2025 ergänzt den allgemeinen Ansatz der ISO 23592 um die besonderen Rahmenbedingungen öffentlicher Organisationen.
Die Standardisierung von Service Excellence hat sich über mehrere Stufen entwickelt.
Die DIN SPEC 77224 war ein früher deutscher Bezugsrahmen für ein Service-Excellence-Managementsystem.
Das Modell umfasste sieben Komponenten:
Die DIN SPEC 77224 hat wesentlich dazu beigetragen, Service Excellence als organisationsweiten Managementansatz zu etablieren.
Mit der CEN/TS 16880 wurde ein europäischer Rahmen für Service Excellence geschaffen.
Die Technische Spezifikation beschreibt, wie Organisationen herausragende Kundenerlebnisse gestalten, Mitarbeitende einbinden, Innovationen fördern und die Wirkung ihrer Aktivitäten messen können.
Sie bildete eine wichtige fachliche Grundlage für die weitere internationale Normung.
Mit der ISO 23592 wurde Service Excellence international normiert.
Sie beschreibt die Terminologie, die Grundsätze und das Modell für Service Excellence und gilt heute als zentraler allgemeiner Bezugsrahmen für Organisationen, die hervorragende Dienstleistungen entwickeln und erbringen wollen.
Rund um die ISO 23592 ist eine internationale Normenfamilie entstanden.
Die ISO/TS 24082 unterstützt Organisationen bei der Gestaltung exzellenter Dienstleistungen und herausragender Kundenerlebnisse.
Die ISO/TS 23686 behandelt die Messung der Service-Excellence-Leistung.
Sie unterstützt Organisationen dabei, geeignete Kennzahlen und Messmethoden auszuwählen.
Der ISO/TR 7179 beschreibt praktische Ansätze und Beispiele zur Umsetzung von Service Excellence.
Die ISO/TS 19390:2025 gibt Organisationen Orientierung für die Einführung von Service Excellence auf Grundlage der ISO 23592.
Die ISO/TS 19387:2025 enthält ein Reifegradmodell für Service Excellence.
Ein Reifegradmodell hilft einer Organisation dabei, ihren aktuellen Entwicklungsstand einzuordnen und die nächsten Verbesserungsschritte zu bestimmen.
Die ISO/TS 19384:2026 beschreibt, wie digitale Ansätze für die Umsetzung von Service Excellence genutzt werden können.
Sie unterstützt Organisationen beim Einsatz digitaler Technologien, Prozesse und Kontaktkanäle zur Gestaltung herausragender Kundenerlebnisse.
Eine wirksame Service-Excellence-Strategie verbindet mehrere Handlungsfelder.
Die Leitung der Organisation definiert, welches Serviceerlebnis geschaffen werden soll.
Dazu gehören:
Die Organisation kennt die Bedürfnisse, Erwartungen, Ziele und Erfahrungen ihrer Kunden.
Geeignete Methoden sind beispielsweise:
Servicekultur beschreibt die gemeinsamen Werte, Überzeugungen und Verhaltensweisen im Umgang mit Kunden.
Eine starke Servicekultur zeigt sich durch:
Mitarbeitende prägen einen wesentlichen Teil des Kundenerlebnisses.
Sie brauchen:
Prozesse werden konsequent aus Sicht der Kunden gestaltet.
Besonders relevant sind:
Service-Innovation bedeutet, neue oder deutlich verbesserte Dienstleistungen und Kundenerlebnisse zu entwickeln.
Ausgangspunkt sind konkrete Bedürfnisse, Nutzungssituationen und Schwierigkeiten der Kunden.
Service Excellence wird mit geeigneten Kennzahlen gesteuert.
Mögliche Messgrößen sind:
Die Auswahl der Kennzahlen richtet sich nach den Zielen, Leistungen und Kundengruppen der Organisation.
Service Excellence verbindet Kundennutzen mit wirtschaftlicher Wirkung.
Sie kann dazu beitragen:
Der größte wirtschaftliche Nutzen entsteht, wenn Verbesserungen an den Kontaktpunkten ansetzen, die für Kunden und Organisation besonders relevant sind.
Ein pragmatischer Einstieg erfolgt in fünf Schritten.
Die Organisation beschreibt, wofür ihr Service stehen und welches Erlebnis für Kunden entstehen soll.
Die entscheidenden Kundenkontaktpunkte, Erwartungen und Reibungsverluste werden sichtbar gemacht.
Die Organisation untersucht, welche Strukturen, Prozesse, Verhaltensweisen oder Systeme das gewünschte Kundenerlebnis fördern oder erschweren.
Maßnahmen werden anhand von Kundenwirkung, wirtschaftlicher Wirkung, Aufwand und Risiko bewertet.
Die Ergebnisse werden mit passenden Kennzahlen überprüft. Erfolgreiche Maßnahmen werden verstetigt und kontinuierlich verbessert.
Unternehmen können Service Excellence einsetzen, um Kundenbeziehungen zu stärken, ihre Leistungen klarer zu differenzieren und profitables Wachstum zu unterstützen.
Typische Handlungsfelder sind:
In Verwaltungen bedeutet Service Excellence, Leistungen konsequent aus Sicht der Bürgerinnen, Bürger, Unternehmen und gesellschaftlichen Anspruchsgruppen zu gestalten.
Dazu gehören beispielsweise:
Service Excellence bedeutet, Dienstleistungen und Kundenerlebnisse systematisch so zu gestalten, dass Kunden Vertrauen entwickeln, gerne wiederkommen und die Organisation weiterempfehlen.
Kundenservice umfasst konkrete Leistungen und Kontakte mit Kunden.
Service Excellence ist der übergeordnete Managementansatz, der Strategie, Führung, Kultur, Mitarbeitende, Prozesse, Innovation und Messung verbindet.
Die zentrale allgemeine Norm ist die ISO 23592:2021. In Deutschland liegt sie seit Februar 2026 als DIN ISO 23592:2026-02 vor.
Die ISO 11367:2025 richtet sich speziell an öffentliche Serviceorganisationen. Sie beschreibt Grundsätze und ein Modell für Public Service Excellence.
Ziel sind herausragende Kundenerlebnisse, nachhaltige Kundenbegeisterung, stärkere Kundenbindung und ein messbarer Nutzen für die Organisation.
Ja. Geeignete Kennzahlen sind beispielsweise Kundenzufriedenheit, Weiterempfehlungsbereitschaft, Kundenbindung, Erstlösungsquote, Bearbeitungszeit, Kundenaufwand, Beschwerdequote und wirtschaftliche Effekte.
Ja. Der Ansatz kann an die Größe, Branche, Ressourcen und den Reifegrad einer Organisation angepasst werden.
Kleine und mittlere Unternehmen können mit wenigen besonders relevanten Kundenkontaktpunkten beginnen.
Mitarbeitende gestalten einen wesentlichen Teil des Kundenerlebnisses.
Sie brauchen Klarheit, Kompetenzen, Informationen, Handlungsspielräume und verlässliche Unterstützung durch Führungskräfte und interne Prozesse.
Die Geschäftsleitung gibt Orientierung, setzt Prioritäten, stellt Ressourcen bereit und schafft die Voraussetzungen für eine wirksame Servicekultur.
Service Excellence beginnt mit einem klaren Zielbild und einer ehrlichen Analyse der heutigen Kundenerlebnisse.
Danach werden die wichtigsten Verbesserungsfelder nach Wirkung und Aufwand priorisiert.
Das ADM Institut unterstützt Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen dabei, Service Excellence strategisch zu verankern und im Arbeitsalltag wirksam umzusetzen.
Wir verbinden:
Dabei betrachten wir jede Maßnahme aus zwei Perspektiven:
Welchen konkreten Nutzen erleben Kunden?
Welche wirtschaftliche und organisatorische Wirkung entsteht?
So wird aus Kundenorientierung ein steuerbarer Managementansatz.
Ulrike Dolle ist Systemische Organisationsberaterin und Expertin für Service Excellence, Customer Experience und kundenorientierte Organisationsentwicklung.
Sie unterstützt Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen bei der Gestaltung herausragender Kundenerlebnisse, wirksamer Servicekulturen und leistungsfähiger Serviceprozesse.
Ulrike Dolle war 2017 an der Formulierung der Service-Excellence-Definition der Fachgruppe Service des BDVT beteiligt. Sie ist Mitautorin des Fachbuchs „Management der Kundenbegeisterung“ und des „Excellence-Handbuchs“.
Eine Service-Excellence-Standortbestimmung zeigt:
Lass uns gemeinsam herausfinden, welche drei Maßnahmen in deiner Organisation den größten Unterschied für Kunden, Mitarbeitende und Ergebnis machen.
Fachlich geprüft und aktualisiert am 3. August 2026.